Was ist der Schengen-Raum?

Der "Schengen-Raum" - die Bezeichnung ist geläufig, aber bleibt bei vielen dennoch etwas vage. Wir erklären Ihnen was sich hinter dem Schengen-Raum verbirgt: von der Geschichte des Schengener Abkommens und dessen Funktionsweise bis zu seinen Mitgliedsländern und dem Ursprung seines Namens. Mit einem sogenannten Schengen-Visum können übrigens auch alle Drittstaatsangehörige die gesamte Schengen-Zone bereisen. Wir beantworten Ihnen alle Ihre Fragen zu diesem besonderen europäischen Raum, der mehr als 4 Millionen km² groß ist und das weltweit größte Gebiet ohne Grenzkontrollen darstellt.

Wo befindet sich der Schengen-Raum?

Heute umfasst das Schengen-Gebiet den größten Teil Europas, nimmt eine Fläche von 4.312.099 km² ein, hat über 500 Millionen Einwohner und umfasst 26 Mitgliedsländer (Stand: 2020).

Welche Länder sind Schengen-Staaten?

Die Schengen-Zone darf nicht mit der EU verwechselt werden, obwohl viele EU-Länder auch Schengen-Länder sind, aber eben nicht alle. Wiederum gibt es Nicht-EU-Länder, die assoziierte Schengen-Länder sind.

Aktuell gibt es insgesamt 26 Schengen-Länder :

  • 22 Mitgliedstaaten der Europäischen Union: Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Schweden, Finnland, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Dänemark, Estland, Lettland, Litauen, Ungarn, Polen, Tschechische Republik, Slowenien, Slowakei und Malta.
  • 4 assoziierte EFTA-Staaten: Island, Norwegen, Schweiz, Liechtenstein.

Schon gewusst? Obwohl sie nicht zu Schengen gehören, gilt das Schengener Abkommen auch für die drei europäischen Mikrostaaten Monaco, San Marino und Vatikanstadt.

Wer gehört nicht zum Schengen-Raum?

Achtung, Stolperstein! Man könnte leichtgläubig meinen alle EU-Länder wären Schengen-Länder, doch so ist es nicht! Es gibt Länder, die zur Europäischen Union gehören, aber nicht Teil der Schengen-Zone sind und umgekehrt.

Folgende EU-Länder gehören nicht zum Schengen-Raum:

  • Bulgarien
  • Irland
  • Kroatien
  • Rumänien
  • Zypern

Das Vereinigte Königreich Großbritannien, was 2020 die EU verlassen hat, war nie Schengen-Mitglied. Allerdings konnten Briten ohne Visum in andere europäische Länder reisen. Drittstaatsangehörige hingegen brauchten und brauchen für Großbritannien in vielen Fällen ein extra Visum. Auch die Türkei gehört nicht zum Schengen-Raum (Link) und ist nicht Teil der EU, ebenso wie die Ukraine. Staatsbürger der Türkei und der Ukraine müssen folglich für den ein Visum beantragen.

Schon gewusst? Einige Gebiete, die von Mitgliedsländern der Schengen-Zone verwaltet werden, setzen das Schengener Abkommen nicht um. Für diese Gebiete muss ein gesondertes Visum beantragt werden. Dies gilt zum Beispiel für die DOM-TOM Regionen Frankreichs oder für die Karibische Niederlande.

Wie ist Schengen entstanden?

Rom ist nicht an einem Tag entstanden. Gleiches gilt für den Schengen-Raum. Alles begann 1985 mit 5 Mitgliedsländern der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Am 14. Juni 1985 unterzeichneten die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich sowie die drei Benelux-Länder Belgien, Luxemburg und die Niederlande das Schengener Abkommen.

Alle Mitgliedsländer des Schengener Abkommens einigen sich auf:

  • die Abschaffung der Grenzkontrollen an den gemeinsamen Binnengrenzen
  • die Freizügigkeit und Aufenthaltsfreiheit von Personen im Binnenmarkt
  • die Stärkung der gemeinsamen Zusammenarbeit in Bezug auf Polizei, Zoll und Justiz
  • eine erweiterte gemeinsame Datenbank, die den Mitgliedsländern hilft, schnell Informationen über Personen und Güter untereinander auszutauschen, um das Schengen-Informationssystem (SIS) zu ermöglichen
  • gemeinsame Visa- und Asylbestimmungen, die mittlerweile im EU-Visakodex geregelt sind

Die Unterzeichnung des Schengener Abkommens 1985 war somit der erste Schritt zum Wegfall der Binnengrenzkontrollen in Europa. Nach 1985 folgte 1990 das Schengener Durchführungsübereinkommen, in dem im Detail festgelegt wurde, wie das neue Gebiet funktionieren soll und wie ein Exekutivausschuss die Anwendung des Vertrags überwachen wird. Die Umsetzung des Abkommens erfolgte erst am 26. März 1995. Im Oktober 1997 wurde das Schengener Abkommen in das EU-Recht integriert. Seitdem haben immer mehr europäische Länder das Schengener Abkommen unterzeichnet. Bis jetzt sind 26 Staaten dem Schengen-Gebiet beigetreten.

Woher kommt der Name Schengen?

Schengen ist der Name einer Gemeinde im Südosten von Luxemburg. Dort wurde das Abkommen 1985 unterzeichnet. Der Ort für die Geburtsstunde des Schengen-Raums wurde dabei nicht zufällig ausgewählt.

Schengen liegt im Dreiländereck und ist ein Knotenpunkt in der Mitte Europas. Die geografische Lage ist mehr als symbolträchtig, da in Schengen unmittelbar die Grenzen von Deutschland, Frankreich und Luxemburg aufeinandertreffen. Da Symbolik in der Politik eine große Rolle spielt, wurde der Vertrag auf dem Ausflugsschiff Princesse Marie-Astrid unterzeichnet. Das Boot lag zu diesem Zeitpunkt auf der Mosel, ein Fluß, der drei der Unterzeichnerstaaten durchquert.

Welches Ziel verfolgt das Schengen-Gebiet?

Innerhalb des Schengen-Raums wurden mit der Unterzeichnung des Schengener Abkommens feste Grenzkontrollpunkte abgeschafft. Dies soll vor allem der Stärkung des europäischen Binnenmarktes dienen. Wenn Menschen unkomplizierter von Staat zu Staat reisen können, erleichtert dies die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsländern. Das kontrollfreie Passieren der Grenzen innerhalb des Schengen-Gebiets kann unter bestimmten Bedingungen ausgesetzt werden, zum Beispiel, wenn die öffentliche Sicherheit bedroht ist.

Gut zu wissen: Zollkontrollen wurden durch das Schengen-Abkommen nicht abgeschafft. Ob zwischen zwei Schengen-Ländern Waren kontrolliert werden, hängt von der Mitgliedschaft in der Europäischen Zollunion ab. Zwischen EU- und Nicht-EU-Ländern gibt es also noch Zollkontrollen, auch wenn diese Mitglieder des Schengen-Raums sind.

Wie funktioniert der Schengen-Raum?

Das 1985 unterzeichnete Schengener Abkommen basiert auf dem Prinzip der Freizügigkeit von Personen und regelt seither die Zirkulation der Mitgliedsländer:

  • Innerhalb des Schengen-Raums: Staatsangehörige der Mitgliedsländer sind innerhalb dieser Zone von Visum- und Passkontrollen befreit. Staatsangehörige der EU und von Schengen-Ländern können ohne Einschränkung reisen, indem sie einfach ihren Personalausweis mit sich führen.
     
  • Außerhalb des Schengen-Raums: Staatsangehörige außerhalb des Schengen-Raums und außerhalb der EU* sind in vielen Fällen verpflichtet ein Visum zu beantragen und einen gültigen Reisepass vorzulegen. Darüber hinaus müssen sie auch eine Pflichtversicherung für die Dauer ihres Aufenthalts abschließen. Das Visum ist für einen bestimmten Zeitraum gültig (max. 90 Tage für einen Kurzaufenthalt). Ein ausländischer Reisender, der mit einem Visum das Recht hat in ein Schengen-Land einzureisen, kann sich auch in den anderen Mitgliedstaaten des Schengen-Raums ohne Kontrollen frei bewegen. Darüber hinaus werden Flüge innerhalb dieses Gebietes als Inlandsflüge betrachtet.

* Bürger von circa 60 Drittstaaten sind für einen Kurzaufenthalt im Schengen-Raum nicht verpflichtet ein Schengen-Visum zu beantragen. Hingegen müssen mehr als 100 Nationen zwingend vor Einreise in den Schengen-Raum ein Visum beantragen.

Wie funktioniert das Schengen-Visum?

Mit dem Schengener Abkommen wurden auch gemeinsame Visa- und Asylbestimmungen festgelegt. Die Bestimmungen für Schengen-Visa werden mittlerweile durch die EU-Visa-Vorordnung geregelt. Mit einem Schengen-Visum können sich visumpflichtige Bürger für einen bestimmten Zeitraum im Schengen-Raum frei bewegen. Um ein Visum zu erhalten, müssen Sie einen Antrag bei der Botschaft oder einem Konsulat stellen. Sie stellen den Visumantrag immer bei der Auslandsvertretung des Schengen-Landes, in welchem Sie sich die meiste Zeit aufhalten.

Wenn Sie das Visum-Antragsformular ausgefüllt und alle erforderlichen Unterlagen samt Nachweis über eine Reisekrankenversicherung beigelegt haben, erhalten Sie in der Regel innerhalb von zwei Wochen bis zwei Monaten ein Visum. Ihr Visum ist ab der Ausstellung entweder ein Jahr oder länger gültig. In dieser Zeit können Sie für maximal 90 Tage innerhalb von 180 Tagen in den Schengen-Raum reisen.

Wichtig: Wenn Sie in einem Schengen-Staat arbeiten oder studieren wollen, müssen Sie ein nationales Visum für längere Aufenthalte beantragen. Ein Schengen-Visum für einen Kurzaufenthalt ist für diesen Zweck nicht erlaubt.

Warum brauche ich eine Reiseversicherung, um ein Schengen-Visum zu erhalten?

Unabhängig vom Zweck Ihres Aufenthalts im Schengen-Raum sind Sie als Antragsteller eines Schengen-Visums verpflichtet, eine Reiseversicherung abzuschließen. Die Versicherung muss die Kosten bei Krankheit, Notfall und Krankenhausaufenthalt decken können und gegebenenfalls die Rückführung im Todesfall garantieren.

Die Schengen-Versicherung muss 3 Kriterien erfüllen:

  • medizinische Kosten in Höhe von mindestens 30.000 € (oder 34.000 US$) decken
  • für alle Länder des Schengen-Raums gültig sein
  • für die gesamte Dauer des Aufenthalts des Visumantragstellers gültig sein

Gut zu wissen: Im Falle einer Ablehnung des Visumantrags kann die Versicherung erstattet werden.

Wie kann Ihnen AXA helfen?

Beantragen Sie rechtzeitig Ihr Visum. AXA hilft Ihnen mit Reisekrankenversicherungen für Schengen-Visa, die sämtliche EU-Visa-Anforderungen erfüllen. Mit AXA können Sie die passende Schengen-Krankenversicherung für den Schengen-Raum abschließen: egal ob Sie Tourist, Besucher, Geschäftsreisender oder Gastgeber ausländischer Gäste sind. AXA hat neben der Multi-Trip Versicherung auch zwei Versicherungspolicen, die Aufenthalte von bis zu 180 Tagen im Schengen-Raum möglich machen. Die AXA-Schengen-Versicherungen sind demzufolge nicht nur passend für kurzzeitige Schengen-Visa, sondern auch für nationale Visa über 90 Tage.

Die günstigste Versicherung kostet nur 0,99 € pro Reisetag. Sie erhalten bei Abschluss umgehend ein Dokument per E-Mail zugeschickt, das Ihren Versicherungsschutz belegt, sodass Sie Ihren Visumantrag sofort einreichen können.

FAQ:

Was versteht man unter dem Schengen-Raum?

Der Schengen-Raum ist ein Zusammenschluss von 26 europäischen Ländern- zwischen denen die Grenzkontrollen abgeschafft wurden. Vertragliche Basis des Schengen-Raums ist das Schengener Abkommen von 1985. Auch Drittstaatsangehörige mit einem Schengen-Visum können sich innerhalb in allen Schengen-Mitgliedsländern frei bewegen.

Kurzfassung: Was ist das Schengener Abkommen?

Das Schengener Abkommen wurde am 14. Juni 1985 in der luxemburgischen Gemeinde Schengen von den 5 ersten Mitgliedsländern Deutschland Frankreich Belgien Luxemburg und den Niederlanden unterzeichnet. Mittlerweile gehören 26 Länder zum Schengen-Raum.
Vertragliche Basis des Schengener Abkommens ist der freie Personenverkehr zur Stärkung der europäischen Wirtschaft. 1995 ist das Abkommen in Kraft getreten und die Binnengrenzkontrollen wurden abgeschafft.

Wer gehört nicht zum Schengen-Raum?

Zum Schengen-Raum gehören Norwegen Island Liechtenstein und die Schweiz sowie alle EU-Länder außer Bulgarien Irland Kroatien Rumänien und Zypern. Außerdem gehören folgende Länder Europas weder zur EU- noch zum Schengen-Raum: Albanien Andorra Armenien Aserbaidschan Weißrussland Bosnien und Herzegowina Georgien Kosovo Nord Mazedonien Moldau Montenegro Russland Serbien Türkei Ukraine und das Vereinigtes Königreich.